Q.01 Historisches Museum Baden, Nefflen, Werner, fotografisches Werk, 1920-2001

1.1 Signatur
Q.01
1.2 Titel

Historisches Museum Baden, Nefflen, Werner, fotografisches Werk

1.3 Datum

1920-2001

1.4 Verzeichnungsstufe

Bestand

1.5 Umfang

25000 Einheit(en), (12 Lfm)

2.1/2.2 Bezug (Körperschaften, Personen, Familien)

Provenienz: Werner Nefflen, Fotograf, Ennetbaden
Geboren am 28.4.1919, gestorben am 1.8.2014, aufgewachsen in Ennetbaden. 1935-1939 Kunstgewerbeschule Zürich (Fotoklasse bei Hans Finsler). Ab 1939 (anfänglich neben verschiedenen kleineren Anstellungen) tätig als freiberuflicher Fotograf in Ennetbaden. Sachaufnahmen für Firmen vor allem in der Region Baden, für Künstler sowie Architektur-, Landschafts- und andere Aufnahmen für Buchprojekte, Architekturbüros, Gemeinden, usw. 1997 Aufgabe der Erwerbstätigkeit, seither nur noch wenige Aufnahmen.

2.3 Bestandeshistorie

Werner Nefflen entschied sich 2002, sein fotografisches Werk dem Historischen Museum Baden zu übergeben. Zwischen März 2002 und Februar 2004 arbeitete er den gesamten Bestand an Negativen durch und notierte handschriftlich die Bildinhalte, die Auftraggeber und das Aufnahmejahr, soweit er dies aus seinem Gedächtnis und aus seinen Unterlagen rekonstruieren konnte. Diese Arbeit war nötig, weil Werner Nefflen keine Karteien oder Listen zu seinen Bildern geführt hat. Datierungen anderer Bildbestände anhand von Nefflen-Aufnahmen sind also nur unter Vorbehalt möglich!
Im Herbst 2015 wurden grossformatige Abzüge, die in verschiedenen Ausstellungen gezeigt wurden, verzeichnet. Dazu war vorgängig eine Identifikation der Bilder nötig, da eine Mehrheit der Abzüge keine Negativnumern oder andere Beschriftungen trugen.

3.1 Form und Inhalt

Hauptsujets: Architektur- und Landschaftsaufnahmen Stadt Baden und umliegende Gemeinden (vor allem Ennetbaden und Wettingen), Architektur- und Landschaftsaufnahmen Kanton Aargau, Architektur- und Landschaftsaufnahmen aus anderen Kantonen (vor allem SO, BE, ZH, GR, TI und VS), Industriefotografie, Sachfotografie, Kunst (vor allem Künstler und deren Arbeiten aus der Region Baden)
Total ca. 23000 Fotonegative, erschlossen durch 21145 Datensätze. Darunter je rund 10000 Negative 6x6 cm, 9x12 cm und 4x5 Inch, 259 Glasnegative, 163 Kleinbildnegativstreifen. Rund 2500 Negative sind von Kontaktabzügen begleitet.
Der grösste Teil der Bilder ist schwarzweiss. 456 Negative, Dias oder Negativstreifen sind farbig.
Dazu kommen ca. 2,5 lfm Ausschussabzüge, thematisch geordnet (Vorschlag: übernehmen, als Nachschlageelement ohne besondere konservatorische Massnahmen belassen) ca. 20-30 Ordner mit Kontaktabzügen, thematisch geordet, stellte Nefflens Findmittel dar.

3.2 Bewertung und Kassation

Werner Nefflen hat vor der Übergabe ans Historische Museum eine Bewertung vorgenommen. Privataufnahmen hat er weitgehend zurückbehalten (gemäss Werner Nefflen waren 70% der ursprünglich vorhandenen 6x6-Aufnahmen privater Natur). Bereits Jahre zuvor hat er Teilbestände an frühere Auftraggeber übergeben, so an die Denkmalpflege des Kantons Aargau, an die Firma Gutor und an die Firma Oederlin (jetzt im Archiv Oederlin im Stadtarchiv Baden).
Der ursprüngliche Gesamtbestand des fotografischen Werks von Werner Nefflen ist auf rund 40000 Negative zu schätzen (so auch Sabine Altorfer in der Einleitung zum Buch über Werner Nefflen, Seite 8). Gemäss schriftlicher Mitteilung von Werner Nefflen an Andreas Steigmeier vom 10.7.2002 handelte es sich um 292 Negativschächtelchen Planfilme (4x5 inch bzw. 9x12 cm) à ca. 30-35 Aufnahmen sowie um 830 Schächtelchen mit je ca. 30 6x6-Negativen, dazu eine wesentlich kleinere Zahl an Kleinbildnegativen.
Die von Werner Nefflen dem Historischen Museum Baden übergebenen Negative wurden nicht weiter bewertet; alle wurden archiviert und erschlossen. Damit ist gewährleistet, dass das fotografische Werk von Werner Nefflen in seiner gesamten Zusammensetzung dokumentiert bleibt. Denn Nefflen hat wesentlich von Sachfotografieaufträgen gelebt: Verpackungen für den Zürcher Tara-Verlag, Metallmöbel für Warenhäuser, hergestellt bei der Firma Halder in Killwangen, Armaturen von Oederlin usw. Auch die grossformatigen Abzüge wurden integral übernommen, da Werner Nefflen diese selbst entwickelt hat.

3.4 Ordnung und Klassifikation

Die Fotos sind über die von Werner Nefflen vergebenen Bildnummern erschlossen. Da Nefflen bestimmte Nummernblöcke für bestimmte Zwecke reservierte (zum Beispiel ein Nummernblock für 9x12-cm-Negative, ein zweiter für 6x6-cm-Negative), sind die Fotos nicht chronologisch erschlossen. Bei Bildern mit fehlender Datierung kann daher auch nur bedingt von den vorangehenden und nachfolgenden Serien auf die Datierung geschlossen werden. Die Nummernzuteilung durch Werner Nefflen hat vereinzelt dazu geführt, dass Bildnummern doppelt vergeben wurden. Bei der Erschliessung wurde daran nichts geändert, da die ursprünglichen Bildnummern erhalten bleiben sollten. Die bereits von Werner Nefflen innerhalb einer Serie mit identischen Nummern vergebenen Ordnungsbuchstaben A, B, C usw. sind in der Datenbank in der Spalte «alte Signatur» enthalten. Sie gehören zur Signatur. Die komplette Signatur eines Bildes heisst also z. B.: Q.01.11875A.
Die Bildnummern >30 000 wurden bei der Erschliessung vergeben für Gross- oder Mittelformatnegative, die keine ursprüngliche Nefflen-Nummer trugen (grossenteils Farbaufnahmen).
Die Bildnummern >31 000 wurden bei der Erschliessung vergeben für Kleinbildnegative, die separat aufbewahrt werden und die ebenfalls keine ursprüngliche Nefflen-Nummer trugen.
Die Nummern >38000 verzeichnen thematisch geordnete Ausschussabzüge, die ohne weitere konservatorische Massnahmen übernommen wurden.
Die Nummern >39000 verzeichnen die thematisch geordneten Kontaktkopien, die Werner Nefflen als Findmittel dienten.
Die Beschreibung des Bildinhalts stützt sich auf die 2002 bis 2004 von Werner Nefflen grösstenteils aus dem Gedächtnis notierten Angaben. Sie wurden von den an der Erschliessung beteiligten Personen soweit möglich überprüft, ergänzt und in der Schreibweise vereinheitlicht. Unsichere Angaben wurden mit Fragezeichen ergänzt. Es ist denkbar, dass einzelne Angaben unrichtig oder unvollständig sind. In der Regel enthalten die Einträge den Ortsnamen der Aufnahme sowie den Auftraggeber.
Bei der Verzeichnung der Abzüge 2015 wurde darauf verzichtet, die Fotos auszumessen. Die Ausmasse wurden geschätzt und in den Grössen A4, A3, A2 und A1 angegeben. Abzüge, die nicht eindeutig den bestehenden Bildnummern zugewiesen werden konnten, wurden separat verzeichnet. Diese Bilder tragen die Signaturen ab Q.01.40000. Die Jahresangaben der Abzüge aus dem Nefflen-Bildband beziehen sich auf die Angaben im Buch.

4.2 Reproduktionsbestimmungen

Lizenz: Creative Commons BY-SA 4.0
Nutzung: frei
Bildnachweis: Historisches Museum Baden, Foto Werner Nefflen, Q.01.XXX [bitte komplette Signatur zitieren]

4.4 Physische Beschaffenheit

Ein Teil der Negative (Acetatfilme bestimmter Serien und Hersteller, v.a. aus den 1960er-Jahren) weist einen leichten Essiggeruch (Essigsyndrom = Zerfallserscheinung) auf. Laut Werner Nefflen stammt der Essiggeruch ev. auch vom Essig, das als Stoppbad verwendet wurde und danach nicht vollständig ausgewässert wurde. Vereinzelte Negative sind durch den Alterungsprozess gewellt. Farbbilder sind teilweise ausgebleicht.
Die ursprünglichen (säurehaltigen) Pergamintaschen wurden ersetzt durch säurefreie Pergamintaschen. Die teilweise enthaltenen kleinformatigen Kontaktabzüge wurden von den Negativen durch ein säurefreies Stück Papier getrennt.
Die grossformatigen Abzüge sind bis auf wenige Ausnahmen in einem guten Zustand. Sie wurden bei der Verzeichnung 2015 aus den Passepartouts gelöst und in Planmappen mit säurefreien Zwischenblättern abgelegt.

4.5 Findmittel

Der Bestand ist über die Datenbank des Stadtarchivs Baden erschlossen. Die Bilder sind einzeln und teilweise in kleinen Serien erschlossen.

5.2 Aufbewahrungsort der Kopien

Im März 2004 wurden 491 Bilder digitalisiert. Diese tragen in Feld 5.2 den Vermerk "digitalisiert für Ausstellung HMB 2004". Weitere rund 10000 Bilder tragen in diesem Feld den Vermerk "Zur Digitalisierung vorgesehen". Als inhaltliche Bewertungsrichtlinie wurde festgelegt, Bilder aus den folgenden thematischen Gruppen auszuwählen: Arbeit und Konsum; Landschaften, insbesondere auf den Kanton Aargau bezogen; Bau und Technik; Verkehr; Architektur und Kultur. Was nicht (oder nur exemplarisch) digitalisiert werden soll: Sach- und Detailaufnahmen; Familie Nefflen, eigenes Haus, eigener Garten und Rebberg; Flora- und Wetteraufnahmen; nicht näher definierte Landschaften; Ferienaufnahmen, touristische Aufnahmen (v. a. aus GR, TI, VS), soweit die Beschreibung im Inventar nur Gebäude, Landschaften usw. erhoffen liess; ausgewählt wurden aber Aufnahmen aus diesen Kantonen, bei denen die Beschreibung Menschen an der Arbeit vermuten lässt; Theateraufführungen (mit Ausnahme der ersten Aufführung der Badener Maske).

5.3 Verwandte Verzeichnungseinheiten

1994 übergab Werner Nefflen der Firma Oederlin einen Teil der für sie gemachten Negative. Diese sind unter der Signatur U.01.I92 Bestandteil des Oederlin-Firmenarchivs im Stadtarchiv Baden. Sie sind nicht im Detail erschlossen.

5.4 Veröffentlichungen

Altorfer, Sabine u.a.: Werner Nefflen. Fotograf. Baden 1998. [im nachfolgenden "Nefflen-Bildband" genannt]- Tremp, Urs: Werner Nefflen 1919-2014. In: Badener Neujahrsblätter 90 (2015), 2005-207. - Bilder, die in der Nefflen-Werkschau 2004 gezeigt wurden, tragen in Feld 5.4 den Vermerk "gezeigt in Ausstellung Historisches Museum Baden 2004".

6.1 Anmerkungen

Negative 177-179 / Abzüge 028, 194
Bestand gehört dem Historischen Museum Baden